Ich bin glücklich wenn mich niemand stört, ich allein sein kann, wenn’s was Warmes zu essen gibt, Freistunden in der Schule, wenn ich Anerkennung finde und das Gefühl von Unabhängigkeit erlebe.

Fragt man einen Menschen, was ihn glücklich macht, ist Freundschaft und Liebe fast immer ein fester Bestandteil der Antwort. Gerade bei Jugendlichen ist die Anerkennung Gleichaltriger und die der Eltern enorm wichtig.
Interessant ist auch, dass die Vorstellung des Glücks nicht nur nach Alter, sondern auch nach Land und Kultur variiert. Beispielsweise wird der Punkt der „Gesundheit“ in Deutschland nur als drittwichtigste Voraussetzung zum Glück genannt.
In einem Land mit guter Gesundheitsversorgung ist der Wunsch nach einem solch scheinbar „selbstverständlichen“ Gut wohl nicht notwendig.

Übrigens: Es gibt Studien, die sich damit beschäftigen welches Land die glücklichsten Einwohner hat. Der Studie nach ist es wohl Dänemark. Mit ihrem fortgeschrittenen Sicherheits- und Gesundheitssystem geht es den Dänen sichtlich gut. Nebenbei: Ein Jahr vor der Studie landete Dänemark bei einer weiteren Studie auf Platz eins: Das Land mit dem höchsten Gebrauch an Antidepressiva.

Um das Glück verstehen und einschätzen zu können, muss jedoch erst definiert werden, was dieser abstrakte Begriff denn eigentlich bedeutet.
Schon seit Jahrtausenden kommen Philosophen immer wieder auf neue Erklärungen:
Eine davon ist beispielsweise diese:
P+(5*E)+(3*H)
P steht hier für persönliche Eigenschaften wie Lebenseinstellung und Anpassungsfähigkeit. E bedeutet Existenz, darin enthalten sind Gesundheit, finanzielle Stabilität und Freundschaften. Und H heißt höhere Werte, zum Beispiel Selbstwertgefühl, Erwartungen und Sinn für Humor.
So rational und kompliziert beschreibt der Britische Wissenschaftler Pete Cohen das Glück. Wirklich etwas mit dieser Definition anfangen zu können ist jedoch quasi unmöglich.
Epikur, der Glücks-Philosoph der Antike hat da eine ganz andere, sehr viel simplere Vorstellung. Für ihn ist das Glück schlichtweg „Schmerzfreiheit“.
Solange es uns nicht direkt schlecht geht, wird es uns wohl schon gut gehen.

Am treffendsten ist meiner Meinung nach jedoch die Ansicht des Dänischen Soziologen Ruut Veenhofen. Dieser beschreibt das Glück als „ den Grad, in dem ein Mensch mit der Qualität seines eigenen Lebens insgesamt zufrieden ist.“ Anders ausgedrückt bezeichnet er das „Glück als das Maß, in dem man das eigene Leben mag.“ Gesundheit, Liebe, Materielles oder Ähnliches spielen für den Soziologen also überhaupt keine Rolle, es geht einzig und allein um die Sicht des Menschen selbst.
Wenn man mal so über die Aussage nachdenkt, stellt sich einem jedoch die Frage, ob es denn nicht leichter ist, beispielsweise ein Leben voller massenweise Geld und materieller Dinge zu „mögen“, als das Leben eines Ottonormalverbrauchers? Vermutlich ja. Allerdings macht Materielles das Leben vielleicht leichter zu ertragen, in keinem Fall jedoch glücklich!
Der Prozess des „zufrieden Seins“ muss noch immer vom Menschen selbst ausgehen. Das Gefühl des Glücks kann auch in einem Leben mit beschränkten Geldquellen und ohne dickem Benz erreicht werden.
Setze man beispielsweise einen Pessimisten in ein Leben mit den Geldquellen von Bill Gates, so wird er vermutlich noch immer nur über die schlechten Seiten seines Daseins nachdenken. Setzt man allerdings einen von Grund auf positiven Menschen in das Leben eines „Normalos“, so wird er vermutlich glücklicher sein als der steinreiche Pessimist. Während sich der Milliardär also den Kopf zerbricht, in welchem Land er sein Geld wohl am wenigsten versteuern muss, wird der „arme“ Optimist sich über jedes bisschen Glück im Leben freuen.
Veenhofens Devise ist also: Wir selber sind für unser eigenes Glück verantwortlich.
Wir selber können entscheiden, ob wir uns über Belanglosigkeiten den Kopf zerbrechen, oder uns
mehr auf die „bright side of life“ konzentrieren.
Wir selber haben es in der Hand.
Wenn wir nämlich manchmal ein bisschen positiver denken würden, sähe es mit unserem Lebensglück wohl schon ein Wenig besser aus. Wenn unsere Gedanken jedoch geprägt sind von Ängsten, Sorgen und Problemen, sodass wir vor Lauter Wolken den Himmel nicht mehr sehen, sieht es auch mit unserem Lebensglück eher regnerisch aus.

Text: Valentin Goppel (10a)